Flasche leer, Produkttest und jede Menge kulinarischer Spaß mit Sanviva

Von Sanviva habe ich Euch ja schon erzählt und den Blog “Unsere italienische Speisekammer” habe ich Euch auch schon vorgestellt. Am Freitagabend kamen Nana und Sandro nun bei uns, beladen mit italienischen Köstlichkeiten, vorbei. Der Auftrag: kosten, kochen und klönen :-).  Harte Arbeit war angesagt, denn es gab neue Weine für die neue Rubrik “Flasche leer” zu testen. Außerdem gab es einige neue Feinkost-Produkte, die die beiden von Ihrer letzten Italien-Reise mitgebracht hatten, auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Eingebettet wurde das Ganze in ein kleines Menü, für das ich zuständig war. Wie gesagt, harte Arbeit – aber irgendeiner muss es ja tun ;-).

Unser Menü:

Spumante zum Aperitif, immer ein Highlight. Dazu Bruschetta mit verschiedenen Leckereien.

Spumante von Ca Lojera “Tur Blanc” Metodo Classico aus Sirmione: Dieser Spumante war einer der ganz trockenen Natur. Aber als Aperitif sehr gut geeignet: Er öffnete uns hervorragend den Magen. Wobei an  meinen Lieblingsprosecco, den Albore, kommt er nicht an. Der duftet so herrlich nach Holunderblüten, das ist der Wahnsinn! Dazu verspeisten wir Bruschetta (kleine Brote) mit unterschiedlichen Belägen, die wir verkostet haben: ein Walnuss-Pesto, eingelegte Auberginen (ein Wahnsinn!!! und wohl auch bald im Sanviva-Sortiment) und eine süßen Oliven-Marmelade (etwas für echte Oliven-Fans).

Als Vorspeise gab es frische Gnocchi mit Artischocken, Tomaten (frisch und getrocknet) und viel wohlschmeckenden Parmesan.

Eigentlich wollte ich die Gnocchi selbst machen. Aber Sandro und Nana hatten gerade eine Lieferung frischer Pasta erhalten und dabei waren auch gar köstliche Gnocchi. Einfach, schnell, aber super lecker und frisch den flinken Händen “italienischer Mamas”  gemacht! So ging unsere Vorspeise ruck zuck in Sachen  Zubereitung vonstatten. Die Artischockenherzen in mundgerechte Stücke schneiden, ebenso die frischen und getrockneten Tomaten, die Sandro in Olivenöl eingelegt hatte. Die Gnocchi nur ganz kurz in kochendem Wasser garen. In einer großen tiefen Pfanne die Artischocken und Tomaten in etwas Butter anbraten, Gnocchi hinzufügen und das Ganze mit Fleur de Sel und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer sowie etwas von dem leckeren Olivenöl-Sud der Artischocken aus dem Glas würzen. In Tellern anrichten und großzügig mit Parmesanspänen garnieren. Fertig.

“Flasche leer”: Dazu gab es einen Malvasia Bianca von Tenute Rubino

Diese Flasche Weißwein war wirklich schnell leer. Hintergrund dieser Kategorie ist die Theorie, dass egal wie teuer oder ausgezeichnet ein Wein ist, ein guter Wein am besten daran zu erkennen ist, wie schnell die Flasche im Vergleich zu anderen Weinen, die angeboten oder verkostet werden, leer ist. Ich bin absolut Anhänger dieser Theorie, wenn es um die Bewertung von Weinen geht! Wein muss schmecken, fertig :-).  Die Ehrfurcht vor Weinen stelle ich lieber ein wenig hinten an. Was nicht bedeutet, dass ich die Arbeit, die Winzer leisten nicht schätze und nur Weine gut finde, die möglichst günstig sind. Nein, ganz im Gegenteil: Ich mag Weine, die eine Geschichte haben, die mit Liebe und Leidenschaft von ihrem Winzer hergestellt wurden, der sie preislich nicht verschleudern muss, und die toll – aber auch mal ungewöhnlich – im Geschmack sind. Nun zum Weißwein: Ein toller Essensbegleiter und frischer Weißwein mit Aromen von Maracuja und Mandarine.

Zum Hauptgang gönnten wir uns ein wunderbares Rinderfilet begleitet von grünen Bohnen und getrüffeltem Kartoffelstampf

Die Qualität des Rinderfilets, das Nana und Sandro mitgebracht haben, war der Hammer! Ich hatte richtig ein bisschen Angst es zu verderben, da wir ja schon Spumante und Weißwein in uns hatten und Sandro schon mit dem Probieren der beiden Rotweine begann… Vorsicht und Ruhe waren geboten. Ich habe das Filet in einer Grillpfanne angebraten und dann im Backofen zusammen mit etwas frischem Rosmarin, Thymian und Oregano sowie eins/zwei ganzen Knoblauchzehen und etwas Butter bei 100 Grad langsam zu Ende garen lassen. Juhu, es klappte: Das Fleisch war schöööön rosa und butterzart. Dazu gab es getrüffeltes Kartoffelstampf aus mehlig-kochenden Kartoffeln hergestellt, die ich mit etwas Weißwein abgelöscht habe, dann mit etwas Olivenöl zerstampft, mit Pfeffer, evtl. etwas Salz und Muskatnuss gewürzt. Doch dann kam der Clou: Ich hatte noch selbstgemachte Butter mit schwarzem Trüffel eingefroren, die ich mit Trüffelresten hergestellt hatte. Damit wurde das Kartoffelstampf so richtig lecker. Die Butter verfeinerte uns später auch noch die Filets auf unseren Tellern. Da ich den Trüffelgeschmack nicht überdecken wollte, habe ich die grünen Bohnen sehr schlicht gehalten: Grüne Bohnen in kochendem Salzwasser blanchieren, abschütten und abschrecken. Während das Rindfleisch nach dem Garen in seiner Alufolie noch einige Minuten ruht, kleine Zwiebelwürfel in etwas Butter anschwitzen, Bohnen dazugeben und anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, evtl. noch etwas Butter zufügen – fertig. Alles gemeinsam auf vorgewärmten Tellern anrichten und servieren.

“Flasche leer”: Zwei Rotweine aus Sardinen gab es dazu – von Giuseppe Sedilesu “Cannonau S’annada 2009” und ebenfalls von Giuseppe Sedilesu “Cannonau Riserva 2007”

Ich bin ja leider nicht sooo der Rotwein-Fan, aber zum Rinderfilet muss natürlich ein Rotwein gereicht werden. Sandro war mit zwei neuen Rotweinen eines Weingutes aus Sardinen versorgt worden. Der erste hatte ein schönes Pfefferaroma und war recht kräftig – Sandro meint, der braucht noch etwas Zeit. Der zweite war ein echtes Samtpfötchen mit schönen Beerenaromen, auch etwas Pfeffer- und Lakritznoten. Schon sehr lecker, aber auch preislich eher im oberen Segment zu finden. Sicherlich kein Wein für jeden Tag, aber wirklich zu einem edlen Rinderfilet ein Träumchen.

Puhh, nun noch das Dessert :-): Zabaione mit pochierten Weinbergpfirsichen und Amaretto Gelee

Ich nehme es vorweg, wir schafften auch noch den Nachtisch! Die Weinbergpfirsiche hatte ich bereits am Nachmittag in Wasser mit Zucker im Verhältnis 2:1 zusammen mit einer Zimtstange und Sternanis langsam pochiert. Auch den Amaretto Gelee hatte ich ebenfalls nach einem Rezept von Giorgio Locatelli vorbereitet: Dazu 1 1/4 Gelatineblätter in kalten Wasser einweichen. 45ml Wasser in einem Topf erwärmen und die ausgedrückte Gelatine dort unter Rühren auflösen. Topf vom Herd nehmen und 55 ml Amaretto einrühren. Den Gelee im Kühlschrank gelieren lassen. Am Abend dann die Zabaione mit 8 Eiern, 180 ml Wein (s. Weinempfehlung Dessertwein) und 40 g Zucker über dem Wasserbad aufschlagen. Alle drei Komponenten auf einem Teller anrichten und servieren.

“Flasche leer”: Unser Dessertwein ein “Anina Mediterraneo” von Rallo aus der  Zibibbo- Traube aus Sizilien

Für alle, die meinen Dessertweine werden vollkommen überschätzt, probiert es einfach mal aus. Es ist eine wunderbare Abrundung eines Menüs. Diese feine edle Süße auf der Zunge – schon extrem lecker.

 

 

Melanie Licht
melanie@blandas.de
1 Comment
  • Nana
    Posted at 09:50h, 02 August Antworten

    …. einen sensationellen “Secondo” zauberte Melanie: Rinderfilet, mit getrüffeltem Kartoffelstampf und grünen Bohnen. Zum “nieder knien”! Und der “Cannonau Riserva 2007 von Giuseppe Sedilesu” passte hervorragend und war dementsprechend ziemlich schnell leer 🙂 Alles in Allem ein Gedicht!

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