Christian Rachs Gulasch thailändischer Art im Test

Den Christian Rach finde ich einen nicht unspannenden Koch. Seine Kochsendung auf RTL “Rach, der Restauranttester” hat traumhafte Einschaltquoten und ist auch sehr unterhaltsam, wie ich finde. Rach kommt sehr authentisch rüber und sein Perfektionismus (sicherlich laut Enneagramm eine Eins wie ich) tut dem Format, aber auch den Gastwirten und Köchen, richtig gut :-). Äußerst interessant finde ich, dass er eigentlich Mathematik und Philosophie studiert hat, bevor er dann zum Kochen kam. Und sein Restaurant in Hamburg, das Tafelhaus, ist sowieso ein super tolles Restaurant, das allemal einen Besuch wert ist.

Es kam, wie es kommen musste, im September kam ein dickes Kochbuch von ihm heraus: Christian Rachs Kochgesetzbuch. Und der Titel passt einfach zu ihm. So kam es wieder wie es kommen musste, ich kaufte das Kochbuch. In Form von Paragraphen erklärt Rach darin die Grundregeln erfolgreichen Kochens. Die Regeln reichen von der Reinigung des Kühlschranks alle 10 Tage bis zu diversen Garmethoden. Diese werden anhand von vielen Rezepten über das Buch hinweg erklärt und praktisch integriert. Ungewöhnlich, aber nicht schlecht. Die Rezepte sind nicht die kreativen Überflieger, aber ordentlich.

Am Wochenende wurde nun das Rezept “Grünes Rindfleisch-Curry” dem neue-ess-klasse-Test unterzogen. Normalerweise mache ich thailändische Currys im Wok und ruckzuck. Außer den indischen Currys, die werden lange im Bräter geköchelt. So war ich dann neugierig, wie ein thailändisches Curry wird, wenn man es im Bräter zwei Stunden im Ofen schmort. Wie kommen die Gewürze raus und wie die Kokosmilch? Hier das Rezept in Kurzform:

Den Backofen auf 180 Grad vorheizen.

1kg Rindfleisch aus der Oberschale in kleine Würfel schneiden – wie beim Gulasch
60g frischen Ingwer, 2 Stängel Zitronengras, 3 Schalotten, 3 Knoblauchzehen und 3 grüne Chilischoten fein würfeln.

Das Rindfleisch in einem Bräter in neutralem Pflanzenöl portionsweise kräfig und heiß anbraten, leicht salzen und pfeffern und aus dem Bräter nehmen. Auf mittlerer Hitze nun Ingwer, Schalotten, Chili und Zitronengras 4 Minuten darin anbraten. Am Ende für 1 Minute 2 Essl. grüne Currypaste hinzugeben.

Dann kommt der Clou: 50g Kokospulver (bekommt man auch im Supermarkt in der Asia-Abteilung) mit 100ml heißem Wasser verrühren und dazugeben. Das ganze einkochen lassen bis die Flüssigkeit fast vollkommen verdampft ist. Dieser Trick bindet das Curry und man muss es nicht mehr am Ende mit blödem Stärkepulver andicken! Nun 500 ml Kokosmilch aus der Dose oder Tetrapack und 250 ml Rinderfond dazugeben. 6 Limettenblätter – die ich natürlich wieder nicht bekommen habe und durch Limettenschale ersetzt habe – zufügen. Deckel drauf und das ganze 2 Stunden bei 180 Grad im Ofen schmoren lassen. Zwischendurch evtl. etwas Flüssigkeit (Rinderfond) dazugeben.

Je 200g Zuckerschoten und Shiitake-Pilze putzen. Den Basmatireis mit 1/2 bis 1 Teelöffel Kurkuma kochen. Das Curry aus dem Ofen nehmen und wieder auf dem Herd köcheln lassen. Mit thailändischer Fisch-Sauce, Pfeffer, Zucker, evtl. Salz (fand ich nicht nötig) und Limettensaft abschmecken. Nun die Zuckerschoten und Pilze ca. 5 Minuten mitköcheln lassen. Fertig. Reis und Curry evtl. mit fein gekacktem Korianderkraut bestreuen und servieren.

Wie wars? Also ich finde, dieses Curry ist näher an einem Gulasch thailändischer Art als an einem thailändischen Curry dran. Das lange Schmoren und der Rinderfond lassen es eher schwer und dumpf erscheinen. Trotzdem wir recht viel Limettensaft zugegeben haben, fehlte die übliche Frische etwas. Ich glaube, dass die fehlenden Limettenblätter das auch nicht sonderlich rausgerissen hätten. Ideal ist das Gericht sicherlich für “Einsteiger”, die den Gewürzen der thailändischen Küche gegenüber noch nicht so aufgeschlossen sind. Auch die Kokosmilch kommt nur bedingt geschmacklich rüber. Bezüglich der Schärfe könnte man auch meiner Meinung nach mutiger sein. Der Trick mit dem Kokospulver ist allerdings super! Und, juhuu, wieder ein laktosefreies Gericht.

Melanie Licht
melanie@blandas.de
3 Comments
  • Yasmin
    Posted at 11:16h, 15 Oktober Antworten

    Huhu Melanie,
    hast Du bei den Chilischoten die Kerne drinn gelassen??

    LGY

  • Melanie
    Posted at 11:35h, 15 Oktober Antworten

    @Yasmin: Uups, in diesem Fall weiß ich es gar nicht mehr. Das kommt auch immer sehr auf die jeweile Chilischote/Sorte an. Die Schärfegrade sind extrem unterschiedlich. Ich meine hier habe ich die Kerne drinnen gelassen.

  • alltagsgerichte.de
    Posted at 07:20h, 26 Juli Antworten

    Ungarisches Gulasch mit Nudeln…

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