Besuch beim Sternekoch Johannes King auf Sylt: Lecker mit Sylt-Aufschlag

Fast ein halbes Jahr habe ich mich auf den kulinarischen Abend bei Johannes King im Dorint Söl’ring Hof auf Sylt gefreut. Und es war toll. Preislich auch im Bereich der Sternegastronomie verglichen mit Amador und Johanna Maier ein Moment des Schluckens (=Sylt-Aufschlag), aber insgesamt hat es sich gelohnt. Mein Tipp: Die Weinbegleitung zu den einzelnen Gängen sollte man nicht mitmachen und lieber Weißwein und Rotwein aus der Weinkarte wählen. Das macht dann die Rechnung schon erträglicher.

Unser Menü bei Johannes King

(aus meinem Gedächtnis heraus – ich hoffe, ich habe alles korrekt wiedergegeben)

Gleich zu Beginn am Eingang des Dorint Söl’ring Hofes hatte ich das Vergnügen, dass mir Johannes King persönlich die Tür öffnete, und ich sogar mit ihm kurz sprechen konnte. Das war ein Einstieg nach Maß! Trotz oder vielleicht auch gerade wegen seiner zwei Michelin Sterne ist er ein super super netter und sympathischer Typ. Sein Restaurant liegt direkt in den Dünen in Rantum mit Blick auf die See. Leider war es bereits dunkel als wir ankamen, so war der Meerblick für uns nicht mehr nutzbar. Das schöne Restaurant hat einen ganz besonderen Clou, denn es hat eine offene Küche, und über das gesamte Menü hinweg kann man Johannes King und sein Team beim Arbeiten beobachten. Johannes King macht den Pass, schmeckt nochmal ab und richtet jeden Gang selbst mit höchster Genauigkeit an. Wirklich beeindruckend dies einmal live bei laufendem Betrieb zu sehen. Er selbst sagte dazu, als er nach dem Menü zu uns an den Tisch kam, dass er seine offene Küche nicht mehr missen möchte, obwohl es mit unter etwas anstrengend ist, ständig von den Gästen gesehen zu werden. Zu meinem Einwand, dass ich es toll fand, wie ruhig es bei ihm in der Küche zugeht, sagte er, dass mancher Blick, wenn etwas nicht klappt, auch schon ausreichend ist. Das haben wir natürlich nicht mitbekommen, denn alles hat für uns perfekt geklappt.

Wir starteten mit einem echt aufwendigen Gruß aus der Küche. (By the way: Entschuldigen möchte ich mich für die Qualität der Bilder. Das iPhone gab bei dieser Beleuchtung leider nicht mehr her :-/) Besonders beeindruckend fand ich dabei die gefüllte Mini-Kartoffel.

Die erste Vorspeise war für mich das Highlight des kompletten Menüs: Variationen vom Hummer. Genial: ein warmer Hummercocktail, Hummersalat und ein Hummersüppchen. Extrem lecker und wahnsinnig aufwendig gekocht und angerichtet.

Dannach folgten gratinierte Jakobsmuscheln mit Trüffel. Hmmm – köstlich – mehr davon.

Nun der Zwischengang: Steinbeißer auf einem Spinatpüree mit zweierlei schaumigen Saucen. Das Spinatpüree würde ich auch gerne so können.

Zum Hauptgang hatten wir Rebhuhn auf Spitzkohl – ein Genuss

Als Dessert haben wir eine sehr gute Wahl getroffen, denn wir haben für uns vier zweimal zwei unterschiedliche Desserts bestellt und uns dann jeweils geteilt. Eine weise Entscheidung, denn gerade in der Kombination waren die Nachspeisen ein Traum: Geeiste Mandarine mit Douglasien-Basier (richtig gemeint ist der Baum Douglasie) und eine Schokoladen-Variation.

An Johannes King und sein Team vielen Dank für diesen tollen kulinarischen Abend. Das sei noch erwähnt: Wer nicht gleich nach Sylt reisen möchte, um Johannes King zu erleben, dem kann ich sein Kochbuch empfehlen.

Melanie Licht
melanie@blandas.de
4 Comments
  • Claus
    Posted at 14:18h, 10 Januar Antworten

    Tolle Sache, hätte mir auch gefallen. Die offenen Weine haben echt stramme Preise…

  • Rolf Obert
    Posted at 21:43h, 28 Juni Antworten

    Wir 4 Personen waren alle nicht zufrieden.
    Das Lamm war roh. Die Portionen zu klein. ( Ein Stück
    3×2 cm, 1,5 cm stark ) Die Beilage, ein Klex Hipp Möhrenpüree. ( So hat das aber geschmekt )
    Die Nachspeise “Variation von Rhabarber” zwei Zähe
    streifen Rhabarber ohne Zucker zubereitet.
    ( Ende Juni ist halt der Rhabarber nicht mehr jung,
    weshalb gute Köche den nicht mehr anbieten.

    • Melanie
      Posted at 11:04h, 29 Juni Antworten

      @Rolf Obert: Das ist natürlich echt ärgerlich, wenn man dazu noch die Menüpreise im Kopf hat. Bei uns war damals wirklich alles vom Feinsten. Kleine Portionen: Das stimmt allerdings. Ist man nicht das Menü, wird man kaum satt.

  • Pingback:Kulinarische Sylt-Reise
    Posted at 08:03h, 09 Oktober Antworten

    […] Esszimmer ist ein kleines, super nettes Restaurant in Keitum (Ortseingang am Kreisel). Bereits bei unserem ersten Besuch auf Sylt wollte ich schon dort essen. Wir bekamen aber damals kurzfristig keinen Tisch mehr. Da das […]

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